Bauchlagerung
In diesem Artikel
Indikation
ARDS mit PF Ratio < 150
Siehe auch Standard Bauchlagerung
Durchführung
- Lungenprotektive Beatmung
- 180 Grad Lagerung (vollständige Bauchlagerung)
- In der Regel Verwendung von Spezialmatratze
- Für mindestens 16h (für prolongierte Lagerung derzeit keine RCT Daten)
- Enterale Ernährung fortführen!
- Cave: Leberfunktion (Labor) durch eingeschränkte Perfusion
In der Regel erfolgt die Bauchlagerung bei uns mit Spezialmatratze und Kopflagerungskissen. Grundsätzlich wurde die einzige Studie die einen Mortalitätsvorteil der Bauchlagerung zeigen konnte, ohne diese Hilfsmittel durchgeführt. (Lagerungsvideo Proseva Studie)
Pathophysiologische Überlegungen
Durch Umverteilung der regionalen Ventilationsverhältnisse verbessert sich häufig das Ventilations-Perfusionsverhältnis und somit auch die Oxygenierung in Bauchlage (Review). Wie in verschiedenen Studien dargestellt, führt aber gerade nicht diese Verbesserung der Oxygenierung zu einem besseren Outcome. Mutmaßlich führt die homogenere Ventilationsverteilung zu weniger Beatmungs-assoziierten Lungenschäden und damit zu einer besseren Überlebensprognose wenn die Bauchlagerung ausreichend lange durchgeführt wird (Proseva = 16 h täglich). Ob längere Bauchlagerungsintervalle die Prognose verbessern oder die Inzidenz von Komplikationen steigt, ist derzeit nur unzureichend untersucht. Darüber hinaus kann durch die Bauchlagerung die Hämodynamik insbesondere bei Patienten mit ARDS induzierter rechtsventrikulärer Dysfunktion verbessert werden (Studie).