Kardiochirurgische Eingriffe

Bei Aufnahme

  • Genaue Dokumentation der Übergabe (insbesondere ASS/Heparin/Antikoagulation, Bypässe)
  • Während Übernahme Blutdruck beachten (RR-Spitzen vermeiden)
  • Kontinuierliche ZVD-Messung, 12-Kanal EKG bei Aufnahme (falls möglich kontinuierlich)
  • Überprüfung des Schrittmachers (Schrittmacherabhängig?, optimale Frequenz unter Beachtung Hämodynamik bestimmen)
  • Kontrolle aller Drainagen
  • Aufnahmelabor, einschließlich Anti-Xa Spiegel (UFH). Bei Werten > 0,1 und Blutungszeichen ggf. Protamin nachdosieren (z.B 50% der intraoperativen Initialdosis)
  • TTE (häufig schlechte Schallbedingungen) – Pumpfunktion, Perikarderguss

Postoperative Anordnungen

Übernahme der Anordnungen aus OP-Protokoll (nach lokalem Standard)

In der Regel

  • Rö-Thx nach Aufnahme (Lagekontrolle aller Drainagen und Zugänge). Danach Rö-Thx erneut um 19:00 bei OP in erster Runde oder am nächsten Morgen bei OP in 2 Runde
  • Nach kurzer Stabilisierungsphase (1-3h) in der Regel Sedierung beenden und Extubation anstreben (ggf. unter low -dose Dexmedetomidin . Danach gute Analgesie und Atemtherapie, frühe Mobilisierung
  • Höhere Dauerinfusionrate als üblich wählen (Beginn mit 150-200ml/h) und im Verlauf ggf. reduzieren. Insbesondere Patienten mit Aortenklappenersatz und hypertrophiertem Ventrikel sind häufig ausgeprägt volumenreagibel
  • Engmaschige Überwachung CK/CK-MB, bei blutigen Drainagen ggf. große Gerinnung
  • In der Regel Beginn mit low -Dose UF-Heparin, ASS 100mg ab 1. POD. Falls Indikation zur therapeutischen AK – Rücksprache Operateur (z.B mechanischer Klappenersatz)
  • Prolongierte perioperative Prophylaxe mit Cefuroxim, 3 Dosen am OP-Tag, 1 Dosis 1. POD

Typische Komplikationen

Postoperativer Myokardinfarkt

CK-MB sollte < 10% der Gesamt-CK sein. 3-stellige CK-MB Werte sind auffällig, TTE/EKG und Rücksprache Operateur.

Nachblutung

Bei blutigen Drainagen/Wunden Laborbestimmung ggf. Gerinnungsoptimierung. Bei Fördermenge von > 500ml (frisch, CAVE: nach Drehen des Patienten zum Teil “Altblut” aus Pleura) in der ersten Post-OP-Stunde oder anhaltend 100-200ml/h über 2-3h sofortige Info an Operateur

Perikardtamponade

Wird häufig durch steigenden Katecholaminbedarf auffällig. Pulsus paradoxus, ZVD Zunahme, im EKG ggf. Niedervoltage . Postoperativ auch lokalisierte aber hämodynamisch wirksame Ergüsse möglich.

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